Gestern war ich im Musical “Sister Act”. Es ist halt theoretisch ein Musical zum gleichnamingen Film. Aber auch nur theoretisch. Die Geschichte ist zwar im groben und ganzen gleich, aber es kommen halt andere Lieder vor, als im Film. Viele haben die Filmmusik im Kopf sind deshalb enttäuscht, dass diese nicht gespielt wird, wobei man eigentlich hinzusagen muss, dass im Film gerade mal zwei Lieder gesungen werden.
Es die jenigen, die den Film nicht kennen: Eine Kneipen-Sängerin bekommt mit, wie ihr Freund (der Kneipenbesitzer) jemanden umbringt und will sie deswegen auch umbringen. Sie sucht Schutz bei der Polizei und sie stecken sie in ein Kloster.
Ich muss sagen, dass ich sowieso ein Freund von Musicals bin. Auch dieses weiß zu gefallen, wenns auch nicht grad ein Musical ist, was man sich unbedingt noch ein zweites Mal anschauen müsste. Klar, wenn mich jemand fragen würde, ob ich mitkomme, oder die Gelegenheit ist günstig, dann würde ich es auch mehrmals anschauen. Ein verlangen besteht da aber nun nicht. Ich denke, dass aber das Musical nicht mehr lange in Hamburg laufen wird. Es läuft jetzt seit einem Jahr und sie bekommen jetzt schon in der Woche die Sitzplätze nicht mehr voll. Der komplette obere Rang blieb verschlossen. Der eigentliche Reiz dieses Musicals sind die extravaganten Nonnenkostümen. Wenn es diese nicht geben würde, würde das Musical sicherlich schon seit längerem nicht mehr aufgeführt werden.
Ich war schon mittlerweile in einigen Musicals, aber mir fällt dabei auch, dass immer mehr auf Masse anstatt auf Klasse geachtet wird. In den letzten Jahren sind auf einmal so viele Musicals aus dem Boden gestampft worden, sodass man komplett die Übersicht verloren hat. Früher gabs in Hamburg nur “Phantom der Oper” (welches ich mir ganz gerne mal anschauen möchte) und “Cats”. Und das ca. 15 Jahre lang. So um die Jahrtausendwende rum, wurde am Hamburger Hafen das Musicalzelt gebaut. Dort lief mehrere Jahre “Buddy – The Buddy Holly Show” (wer auf Rock’n'Roll steht, umbedingt anschauen!). Dann kam “König der Löwen” und dies läuft bis heute noch.
“Phantom der Oper” und “Cats” wurden leider abgelöst und nun wechseln dort alle zwei Jahre die Musicals:
“Tanz der Vampire”, “Titanic”, “Tarzan”, “Mamma Mia!”, “Ich war noch niemals in New York”, “Hinterm Horizont”, “Sister Act”, “Dirty Dancing” (sicherlich hab ich da noch einige vergessen)
Meine Schwester bekommt auch das Magazin von Stage-Entertainment und Jahr für Jahr wird die Liste der Musicals in Deutschland immer länger. Wenn ich so auf die ersten Musicals zurückschaue, die ich mir angeschaut habe, dann sah man immer eine Liebe zum Detail. Bei Cats sitzt man z.B. mitten auf der Mülldeponie, wo auch das Stück stattfindet. Der ganze Saal war eine einzige Kullise. Links und Rechts sah man Müll (natürlich alles Requisiten) und überall sah man Katzen. “Buddy Holly Show” spielte auf drei Bühnen, die sie bei jedem Szenen wechsel bis ins kleinste Detail neu aufgebaut haben. Bei den neueren Musicals waren die Kulissen teilweise recht spärlich. Sie waren nicht schlecht, aber bei weiten nicht so detailiert.
Nichtdestotrotz hat es sehr viel Spaß gemacht und jeder, der auch auf Musicals steht, sollte einen Blick riskieren. Vorallem hat mich eine Darstellerin sehr überrascht. Sie spielt im Grunde nur eine etwas größere Nebenrolle, aber mit so einer Überzeugung, da kann selbst die Hauptdarstellerin nicht mithalten. Die Rede ist von der schüchternen Novizin, die mit Hilfe der Kneipen-Sängerin aus sich rauskommt. Wenn ich aber nun auf ihr Lebenslauf schaue, ist es auch wohl kein Wunder, dass sie so perfekt in die Rolle einarbeiten kann. Sie spielte in schon in vielen Musicals die Hauptrolle. Darunter “Les Misérables”, “Mamma Mia” und “Tarzan”. Und nett sieht sie auch noch aus ^^
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